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Musterbetrieb, kein echter Kunde

Roth Haustechnik, Uster: was gebaut wurde und warum.

Ein Sanitär- und Heizungsbetrieb mit elf Leuten und zwei Lernenden, den es nicht gibt. Ich habe ihn erfunden und vollständig gebaut, damit Sie sehen, was Sie bekommen, bevor Sie mit mir reden. Diese Seite erklärt jede Entscheidung. Die Demo selbst steht am Schluss.

Sanitär und Heizung · Zürcher Oberland · gebaut am 1. September 2026 · Module A, B und C

1 Ausgangslage

Was so ein Betrieb heute hat.

Roth ist erfunden, die Ausgangslage nicht. Vor dem Bau habe ich elf Websites von Sanitär- und Heizungsbetrieben in der Deutschschweiz durchgesehen. Das Muster war auf allen dasselbe.

  • Der Aufmacher ist Firmenname, Ort und Leistungsliste. Nirgends steht, was der Kunde davon hat.
  • «24/7 Pikett» steht auf fast allen elf. Vier zeigen, was das kostet. Zwei nennen eine Reaktionszeit. Keine fragt, ob es überhaupt ein Notfall ist.
  • Preise: eine Seite nennt einen Boilerpreis. Keine schreibt «Badumbau ab CHF».
  • «Persönlich» steht überall im Text. Ein Gesicht auf der Startseite hat keine.
  • Lehrstellen: zwei Seiten machen es gut, aber ohne die Stimme eines Lernenden.
  • Der Kontaktweg ist Telefonnummer plus Standardformular. Was ankommt, landet in einem Postfach zwischen dreissig anderen Mails.

Dazu das, was auf keiner Seite zu sehen ist: Das Telefon klingelt, während jemand auf der Leiter steht. Wer nicht abnimmt, verliert den Anruf an den Nächsten in der Liste. Wer abnimmt, verliert zehn Minuten für eine Frage, deren Antwort auf der Website stehen könnte.

Das ist die Lage, von der ich bei Roth ausgegangen bin: ein guter Betrieb mit einer Seite, die ihm nichts abnimmt.

2 Was gebaut wurde

Drei Module. Eine Seite mit 14 Abschnitten, ein Formular in vier Schritten.

Das ist der Umfang, den Sie für 2'500 Franken bekommen. Was davon bei einem erfundenen Betrieb nicht geht, steht dabei.

Modul A: der Eintrag bei Google

Lässt sich für einen erfundenen Betrieb nicht anlegen. Auf der Seite sichtbar ist, was daraus kommt: die Bewertungszeile mit Anzahl und Datum (4.8 von 5, 112 Bewertungen, Stand 24. August 2026) und zwölf Orte mit Anfahrtszeit ab Werkstatt. Beim echten Betrieb: Öffnungszeiten, Leistungen, Ihre Fotos, beantwortete Bewertungen.

Modul B: das System

Das Anfrageformular in vier Schritten: Anliegen, Ort und Dringlichkeit mit Foto, Person und Zeitfenster, Bestätigung mit Referenznummer. Wer «Notfall» wählt, sieht statt Formular die Nummer. Dazu die Kachel «Wie voll wir gerade sind». Der Versand ist in der Demo nachgestellt. Beim echten Betrieb landet die Anfrage in der Kundenkartei und löst SMS und Mail aus.

Modul C: die Website

Eine Seite, 14 Abschnitte, von der Pikettnummer im Kopf bis zum Formular am Schluss. Ohne Baukasten geschrieben. Schriften auf dem eigenen Server, Bilder in drei Grössen, damit das erste unter einer Sekunde da ist. Angaben zu Betrieb, Leistungen und Fragen so hinterlegt, dass Google sie lesen kann. Jeder Satz steht auch ohne Zusatztechnik. Auf dem Handy eine feste Leiste «Anrufen / Anfrage».

Beweismittel

Die zwei Bildpaare, die auf der Seite unter dem Regler liegen.

Gleicher Ausschnitt, gleiche Kamerahöhe. Auf der Demo schieben Sie den Regler, hier stehen beide nebeneinander.

Das Bad vor dem Umbau: beige Plättli, Badewanne mit Duschvorhang, Waschbecken auf Säule
Vorher
Badumbau Nänikon. Bad von 1989, 5.4 m²: beige Plättli, Wanne mit Vorhang, Becken auf Säule.
Dasselbe Bad nach dem Umbau: bodenebene Dusche mit Glaswand, Waschtisch aus Eiche, grosse helle Platten
Nachher
Bodenebene Dusche mit Glaswand, Waschtisch Eiche, grosse helle Platten. 12 Arbeitstage, CHF 27'400, Dusche ab Tag 8 benutzbar.
Heizungskeller vor dem Ersatz: Ölkessel von 1996 und grüner Öltank
Vorher
Heizungsersatz Greifensee. Ölkessel von 1996, grüner Tank daneben.
Derselbe Heizungskeller nach dem Ersatz: Wärmepumpen-Inneneinheit und Speicher, neue Leitungen, neuer Boden
Nachher
Wärmepumpe innen, 300-Liter-Speicher, neue Leitungen, neuer Boden. 4 Tage ohne Heizung, CHF 41'800, Förderung CHF 9'000.

Weil der Betrieb erfunden ist, sind auch diese Räume am Rechner entstanden. Beim echten Betrieb sind es Ihre Baustellen, fotografiert mit dem Handy.

3 Warum diese Entscheidungen

Sieben Entscheidungen. Keine davon ist Geschmack.

Jede hat einen Grund, den Sie an Ihrem eigenen Betrieb prüfen können. Wenn einer nicht stimmt, sagen Sie es mir.

  • Papier, Tinte, ein Akzent

    Warmer heller Grund, fast schwarze Schrift, eine einzige Farbe in Terracotta, weil ein Betrieb mit Kupfer und Chromstahl nicht wie eine Versicherung aussehen soll. Der Akzent steht nur dort, wo jemand handeln soll: auf der Notfallnummer und auf den Knöpfen.

  • Bilder mit gleichem Ausschnitt

    Vorher und Nachher aus derselben Kamerahöhe, sonst vergleicht das Auge nichts. Beim echten Betrieb sind es Ihre Baustellen, fotografiert mit dem Handy, eine Stunde.

  • Ein Formular mit Weiche

    Schritt 1 fragt nur, worum es geht: Wer «Notfall» tippt, sieht statt Formular die Nummer und drei Sofortmassnahmen, alle anderen geben Ort, Dringlichkeit, Foto und Zeitfenster an. Wer Wasser im Keller hat, gehört ans Telefon. Wer ein Bad plant, soll vorbereitet ankommen.

  • Die Notfallnummer, fünfmal

    Im Kopf, im Aufmacher, im dunklen Notfallblock, in der Weiche des Formulars, in der Fusszeile, auf dem Handy zusätzlich in der festen Leiste unten. Wer sie sucht, findet sie, ohne zu scrollen.

  • Preise ab, bei jeder Leistung

    Badumbau ab 19'500, Wärmepumpe ab 38'000, Entkalkung ab 340, Serviceeinsatz ab 165, dazu der Pikett-Tarif mit Zuschlägen von 25, 50 und 100 Prozent. Wer den Preis nicht findet, ruft an, um ihn zu erfragen, oder ruft beim Nächsten an.

  • Eine Stellenseite, kein Inserat

    Zwei Stellen, eine Lehrstelle, zwei Schnuppertage, ein WhatsApp-Knopf, ein Satz vom Lernenden im zweiten Lehrjahr, weil Personal finden für die meisten Betriebe das grössere Problem ist als Kunden finden. Die Eltern eines 16-Jährigen googeln den Betrieb, bevor er schnuppern geht.

  • «Wie voll wir gerade sind»

    Eine Kachel mit vier Leistungen und vier Startterminen, mit Datum: Badumbau ab Januar 2027, nicht «jederzeit». Wer ausgebucht ist, gewinnt nichts mit einer Anfrage, die drei Wochen liegen bleibt.

Was ich bewusst weggelassen habe: Logos, Auszeichnungen, Slogans, eine Chat-Blase, ein Karussell. Alles, was gut aussieht und nichts sagt.

4 Was das im Alltag ändert

Sechs Situationen. Links heute, rechts mit der Seite.

Nicht mehr Arbeit, sondern sortierte. Das Telefon klingelt weniger für Fragen, deren Antwort auf der Seite steht.

SituationHeuteMit der Seite
Anruf auf der LeiterAbnehmen oder verlieren. Zurückrufen, ohne zu wissen, worum es geht.Die Anfrage kommt mit PLZ, Dringlichkeit, Foto und Zeitfenster. Der Rückruf passt in den Tag, nicht ins Klingeln.
Wasser im Keller, SonntagDer Kunde schreibt eine Mail und wartet. Oder ruft alle an, die «24/7» schreiben.Schritt 1 des Formulars zeigt ihm die Nummer, die Zuschläge und was er bis dahin tun kann.
«Was kostet das ungefähr?»Zehn Minuten am Telefon, für jeden Anrufer neu.Steht bei jeder Leistung als «ab CHF» und beim Pikett als Tabelle. Am Telefon geht es um den Auftrag, nicht um die Frage.
Ausgebucht bis JanuarDer Kunde erfährt es nach drei Wochen, wenn überhaupt.Steht auf der Seite mit Datum. Wer warten kann, wird eingetragen und vier Wochen vorher angerufen.
Angekommen?Der Kunde weiss es nicht und ruft beim Nächsten an.In derselben Minute eine Bestätigung mit Referenznummer und dem Namen der Person, die zurückruft.
Lehrstelle für AugustInserat beim Verband, warten auf Bewerbungen.Lehrstelle mit Schnuppertagen und WhatsApp-Knopf, das Team mit Namen, ein Satz vom aktuellen Lernenden.

Was die Seite nicht macht: Sie nimmt keinen Auftrag an und lehnt keinen ab. Das bleibt am Telefon, wie immer. Und sie ersetzt kein Büro. Bei Roth ruft Claudia Roth zurück, nicht ein Programm.

Ob das bei Ihrem Betrieb genauso aussieht, weiss ich nach dem ersten Gespräch. Roth ist erfunden. Ihre Zahlen sind es nicht.

5 Selbst ansehen

Jetzt selbst durchklicken. Auch auf dem Handy.

Die Seite ist vollständig gebaut. Das Formular läuft bis zur Bestätigung, ohne dass etwas verschickt wird. Nummer, Adresse und Domain sind erfunden. Der Code, die Ladezeit und die Entscheidungen sind echt.

Musterbetrieb, kein echter Kunde

Ihr Betrieb wäre der dritte. Anfrage stellen oder anrufen: 079 699 75 29.