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Musterbetrieb, kein echter Kunde

Musterbetrieb 02

Brunner Haustechnik, Winterthur: der erste Fall.

Gebaut Ende August 2026 für einen Betrieb, den es nicht gibt. Der zweite Fall, Roth, ist aus dem entstanden, was hier noch fehlte. Deshalb steht Brunner hier: nicht als Aushängeschild, sondern als Anfang.

Name, Adresse, Telefonnummer, Leute und Bewertungen auf der Seite sind ausgedacht. Die Seite selbst ist fertig und funktioniert, auch auf dem Handy.

Startseite der Musterwebsite Brunner Haustechnik, Winterthur: Aufmacher mit Notfallnummer und Offerte-Knopf

Ausgangslage

Acht Leute, ein Pikett, eine Telefonnummer. Und eine Website, die nichts davon zeigt.

Brunner ist erfunden. Die Ausgangslage nicht. Ich habe sie aus dem zusammengesetzt, was ich bei Sanitärbetrieben in der Deutschschweiz vor dem Bau angeschaut habe.

Das Telefon nimmt ab, wer gerade nicht unter einer Wanne liegt. Wer nicht durchkommt, ruft beim nächsten Betrieb an. Eine Anfrage per Mail wird am Abend beantwortet, wenn sie nicht zwischen dreissig anderen untergeht. Ob ein Anruf eine Badsanierung oder ein tropfender Hahn war, weiss man erst nach dem Gespräch.

Die alte Website sagt: Sanitär, Heizung, Kontakt. Kein Preis, kein Bild vom eigenen Betrieb, kein Weg für den Notfall ausser einer Nummer in der Fusszeile. Sie ist nicht schlecht. Sie tut nur nichts.

Das ist der Betrieb, für den ich gebaut habe: Sanitär und Heizung in Winterthur, Familienbetrieb in zweiter Generation, acht Fachleute, zwei davon Lernende, Pikett rund um die Uhr. Gut in der Arbeit, unsichtbar auf dem Handy.

Werkstatt des Musterbetriebs am Abend, erzeugtes Bild: Werkzeugwand, Werkbank, der Bus vor dem offenen Tor
Erzeugtes Bild aus der Demo. Ein echter Betrieb bekommt hier seine eigene Werkstatt.

Der Betrieb, wie ich ihn mir gegeben habe

BetriebBrunner Haustechnik AG, Winterthur. Erfunden, samt Adresse und Nummer.
GewerkSanitär, Heizung, Badumbau, Boiler. Notfalldienst rund um die Uhr.
GrösseAcht Fachleute, davon zwei Lernende. Ein Chef, der selbst zur Besichtigung fährt.
VorherDer Anruf ist der einzige Weg in den Betrieb. Wer nicht durchkommt, ist weg.
GebautEnde August 2026, als erste von zwei Musterseiten. Eine Seite, zwölf Abschnitte, ein Formular.
StandOnline unter /referenz/brunner/. Seit dem 2. September ist Roth die Referenz auf der Startseite, Brunner bleibt als erster Fall stehen.

Was gebaut wurde

Eine Seite, zwölf Abschnitte, ein Formular.

Die drei Bausteine aus dem Angebot, zugeordnet. Einer davon fehlt, und ich sage Ihnen, warum.

Modul A, der Eintrag bei Google: nicht dabei.

Ein Google-Eintrag braucht eine echte Adresse und einen Briefkasten, in den Google einen Brief mit Code schickt. Beides hat Brunner nicht. Auf der Seite steht dafür, was den Eintrag später füttert: Öffnungszeiten, eine Ortsliste mit 20 Gemeinden rund um Winterthur, ein Link, um zu bewerten.

Modul B, das System: ein Formular mit fünf Feldern.

Name, Telefon, Anliegen aus einer Liste, Kurzbeschrieb, Foto. Nach dem Absenden erscheint eine Referenznummer und die Zusage: Bestätigung per SMS innert fünf Minuten. In der Demo bleibt es bei der Anzeige, verschickt wird nichts. Beim echten Betrieb hängt hier die Kundenkartei dran.

Modul C, die Website: alles auf einer Seite.

Vier Leistungen, jede mit Preis. Ein Notfall-Band mit Pauschale. Ein Badumbau vorher und nachher, mit Regler. Drei schriftliche Garantien, sechs Fragen mit Antwort, die Ortsliste. Auf dem Handy eine feste Leiste unten: anrufen oder Offerte.

Erzeugtes Bild aus der Demo: Hände in Arbeitshandschuhen öffnen den Flansch eines verkalkten Boilers
Leistung 04, Boiler-Entkalkung. Das Bild zeigt den Kalk, nicht den Monteur. So bleibt es ehrlich, auch erzeugt.
Erzeugtes Bild aus der Demo: Arm in Arbeitskleidung zieht mit dem Rollgabelschlüssel eine Verschraubung unter einer Wärmepumpe an
Leistung 03, Heizungsservice. Jede Leistung trägt ein Bild, einen Preis und einen Weg zur Anfrage.

Warum so

Fünf Entscheidungen. Drei davon würde ich wieder so treffen.

Kupfer und Petrol statt Blau.

Fast jede Sanitärseite ist blau, weil Wasser blau ist. Kupfer ist das Material, das der Kunde am Ende in der Wand hat. Petrol dazu, damit es nicht nach Baumarkt aussieht. Das war richtig und blieb bei Roth in anderer Form erhalten.

Ein Preis an jeder Leistung.

Notfallpauschale, Komplettbad, Wartung, Entkalkung: jede Leistung trägt eine Zahl mit «ab» davor. Wer den Preis vorher liest, ruft nicht an, um ihn zu erfragen. Wer ihn zu hoch findet, ruft gar nicht an. Beides spart dem Betrieb einen Anruf. Roth führt das weiter: dort steht bei jedem Preis, ob die Anfahrt drin ist, und das Pikett hat eine eigene Tabelle mit Zuschlägen nach Uhrzeit.

Notfall ist ein Knopf, kein Formular.

Wer Wasser im Keller hat, tippt einmal und telefoniert: im Kopf der Seite, im roten Band, auf dem Handy in der Leiste unten. Das Formular kennt den Notfall nur als Auswahl in der Liste, und es zeigt dann noch keine Nummer an. Das war die erste Lücke, die Roth geschlossen hat: dort tritt das Formular zurück und stellt die Telefonnummer hin.

Vorher und Nachher mit Regler.

Ein Bad von 1978 und dasselbe Bad danach, gleicher Ausschnitt, ein Regler dazwischen. Das ist das eine Element, das jeder Besucher anfasst, auch der, der sonst nur scrollt. Ich habe es bei Roth behalten, mit zwei Projekten statt einem.

Erzeugte Bilder, auch die Menschen.

Ein erfundener Betrieb hat keine Fotos. Die Bilder auf der Brunner-Seite sind mit KI erzeugt, und dazu gehören Gesichter, die es nicht gibt. Auf der Demo geht das, sie sagt im Fuss und im Impressum, dass sie erfunden ist. Auf diese Seite hier gehören sie nicht, deshalb sehen Sie nur Werkstatt, Hände und Bäder. Beim echten Betrieb gilt das Gegenteil: seine Leute, sein Bus, seine Baustellen, mit dem Handy fotografiert, eine Stunde.

Was ich heute anders mache: Die Schriften kamen damals bei jedem Aufruf von Google. Roth hostet sie selbst, diese Seite auch. Und die Bewertungen und Zahlen auf der Brunner-Seite sind Teil der Erfindung, so wie der Betrieb. Ein echter Betrieb zeigt seine echten, oder keine.

Erzeugtes Bild aus der Demo, vorher: enges Bad mit beigen Plättli, Wanne und Stehlavabo, Zustand 1978
Vorher Das Bad von 1978, wie es die Demo erzählt.
Erzeugtes Bild aus der Demo, nachher: derselbe Raum mit bodenebener Dusche, Waschtisch aus Eiche und hellem Stein
Nachher Derselbe Ausschnitt. Auf der Seite liegt ein Regler dazwischen.

Was sich ändert

Vier Momente, für die die Seite gebaut ist.

Nicht mehr Anfragen. Andere. Und weniger Telefon für das, was man vorher hätte lesen können.

Sonntagabend, Rohrbruch

Der Kunde tippt auf «Notfall anrufen», nicht auf ein Formular. Der Anruf landet beim Pikett, nicht im Postfach, das erst am Montag gelesen wird.

Dienstagmittag, Boiler

Eine Anfrage kommt mit Foto an. Der Kunde sieht eine Referenznummer und weiss: angekommen, jemand meldet sich. Er ruft nicht beim Nächsten an.

Vor dem Rückruf

Anliegen und Foto sagen, ob es eine Entkalkung ist oder ein Ersatz. Die Fahrt zur Besichtigung fällt oft weg, das Ersatzteil ist beim ersten Besuch dabei.

Beim Preis

Wer die Pauschale gelesen hat, verhandelt nicht am Telefon. Wer sie zu hoch findet, meldet sich nicht. Für den Betrieb ist beides ein Gespräch weniger.

Vom ersten zum zweiten Fall

Brunner war der Entwurf. Roth ist die Fassung.

Zwischen den beiden liegen wenige Tage und eine Recherche zu dem, was Betriebe wirklich brauchen. Was sich geändert hat, in einer Tabelle, damit Sie es nicht suchen müssen.

Element Brunner, August Roth, September
Formular Ein Schritt, fünf Felder. Alles auf einmal. Vier Schritte: Anliegen, Ort und Dringlichkeit, Erreichbarkeit, Bestätigung. Auf dem Handy je ein Bildschirm.
Notfall Knopf zum Anruf im Kopf, im Band und in der Handy-Leiste. Dazu die Weiche im Formular: bei «Notfall» erscheint die Nummer statt weiterer Felder. Und eine Tabelle mit Pikett-Tarif und Zuschlägen.
Preise «ab» bei allen vier Leistungen. «ab» mit Angabe, was drin ist, etwa die Anfahrt. Drei Dinge, bevor der Monteur kommt: Haupthahn, Sicherung, Gasgeruch.
Stellen Ein Satz im Fuss: «Wir bilden aus und stellen ein.» Eigener Abschnitt mit drei offenen Stellen, darunter eine Lehrstelle mit Schnuppertagen.
Kapazität Keine Angabe. Eine Kachel «Wie voll wir gerade sind»: vier Leistungen, vier Starttermine, mit Datum.
Schriften Bei jedem Aufruf von Google geladen. Selbst gehostet, kein Abruf bei Dritten.

Was gleich blieb: der Regler für Vorher und Nachher, der Preis an jeder Leistung, der Notfall als Anruf. Das waren die drei Dinge, die schon beim ersten Mal stimmten.

Der Fall Roth

Erzeugtes Bild aus der Demo: Hände setzen mit dem Rollgabelschlüssel einen Kupferbogen an, davor eine Rolle mit Gabelschlüsseln

Musterbetrieb, kein echter Kunde

Die Seite steht. Schauen Sie selbst, auch auf dem Handy.

Telefonnummer, Adresse und Mail auf der Seite sind erfunden, bitte nicht anrufen. Das Formular verschickt nichts. Alles andere funktioniert: der Regler, die Fragen, die Leiste unten auf dem Handy.